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18.8.2022 : 16:23 : +0200

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Dehydratation bei alten Menschen

19. Jahrgang 2022, Heft 1, Übersichten

Rainer Wirth:

Dehydratation bei alten Menschen (Abstract)

Die Begriffe »Dehydratation« und »Exsikkose« beschreiben eine medizinische Symptomatik, die durch einen unphysiologisch niedrigen Wassergehalt des Organismus bedingt ist. Ältere Menschen sind wegen verschiedener altersassoziierter Veränderungen besonders anfällig für das Entstehen einer Dehydratation. Da der Flüssigkeitsbedarf einer sehr starken interindividuellen Variabilität unterliegt, sind allgemeingültige Empfehlungen für die Mindestflüssigkeitszufuhr problematisch. Die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) empfehlen täglich 1,6 und 2,0 Liter Getränke für ältere Frauen und Männer, es sei denn eine besondere medizinische Situation macht andere Maßgaben erforderlich. Bereits der Verlust von 1 bis 2% des Körperwassers führt zu Symptomen. Die möglichen Folgen der Dehydratation umfassen ein breites Spektrum von Konzentrationsstörungen über die orthostatische Hypotonie bis hin zu Fieber und Bewusstlosigkeit. Obgleich die Dehydratation zu den häufigsten Diagnosen beim alten Menschen zählt, sind die diagnostischen Kriterien unscharf. Neben der Therapie einer manifesten Dehydratation sind prophylaktische Maßnahmen und eine frühe Erkennung von übergeordneter Bedeutung.