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23.9.2017 : 3:56 : +0200

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Grundfragen der Psychosomatik im Alter

6. Jahrgang 2009, Heft 3, Editorial

Johannes Kipp & Bertram von der Stein:

Grundfragen der Psychosomatik im Alter (Abstract)

Körperliche Veränderungen fordern von alternden Menschen hohe Anpassungsleistungen, die im Dritten Lebensalter noch ohne große Einschränkungen bewältigt werden können, im Vierten Lebensalter jedoch nicht mehr. Aus diesen Überlegungen heraus wird hier versucht, die Grenze zwischen Drittem und Viertem Lebensalter psychosomatisch zu definieren. Im Dritten Lebensalter, insbesondere nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben, kommt es im Rahmen des Generationenwandels zu einer verstärkten Heterogenität von Alternsprozessen. Die Wellnessbewegung hat das Verdienst, dass gesunderhaltende Aktivitäten nicht nur langfristig wirken, sondern auch kurzfristig zum Wohlergehen beitragen können. Im Vierten Lebensalter kann die Reduktion der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit nicht mehr kompensiert werden, und Menschen in diesem Lebensalter sind zunehmend von Betreuung und Pflege abhängig. Die ganzheitlichen geriatrischen Krankheitskonzepte (z.B. Frailty oder Gebrechlichkeit, Gedeihstörungen etc.) sind dann in Diagnostik (Assessment), Therapie und Rehabilitation von Bedeutung, die aber psychosomatisch erweitert werden sollten.