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14.11.2018 : 23:41 : +0100

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Ekel in der Pflege

6. Jahrgang 2009, Heft 3, Anwendungsbezogene empirische Arbeiten

Silvia Winter & Alexis Matzawrakos:

Ekel in der Pflege (Abstract)

Wenn man an alte Menschen denkt, hat man nicht die Vorstellung von einem »idealen Körperbild«. Ältere Menschen werden vor allem durch Jüngere nicht selten als »ekelig« empfunden, insbesondere dann, wenn man, wie in der Pflege, mit Erbrochenem, unkontrollierten Ausscheidungen, Zahnprothesen oder Dekubiti in Kontakt kommt. Dies Ekelgefühl kann sich zuspitzen, wenn gerontopsychiatrische Patienten aufgrund demenzieller Prozesse zur sogenannten Koprophagie, zum Essen von Kot neigen. Dabei gilt es, Patienten empathisch, einfühlsam und so rasch wie möglich vom ekelerregenden Erscheinungsbild zu befreien. Die eigenen Gefühle werden dabei in den Hintergrund gestellt. Was bedeutet es für Pflegepersonen, mit solch ekelerregenden Situationen konfrontiert zu werden? Welche Gefühle werden ausgelöst und inwieweit werden diese Gefühle im Team reflektiert? Werden die Gefühle dadurch beeinflusst, wenn man ähnliche Erfahrungen mit älteren Menschen in der eigenen Familie gemacht hat?