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30.11.2020 : 19:20 : +0100

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Altersunterschiede in der Empathie. Theorien und empirische Evidenz

17. Jahrgang 2020, Heft 4, Übersichten

Martin Katzorreck, Cornelia Wieck & Ute Kunzmann:

Altersunterschiede in der Empathie (Abstract)

Theorien und empirische Evidenz

Empathie wird als ein multidimensionales Konstrukt beschrieben, das neben einer kognitiven Komponente auch affektive Komponenten umfasst. Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wie sich diese unterschiedlichen Facetten von Empathie im Laufe des Erwachsenenalters und Alters verändern und ob diese Veränderungen eher von Verlusten oder eher von Gewinnen geprägt sind. Zur Beantwortung dieser Frage werden drei bedeutsame entwicklungspsychologische Theorien herangezogen, die Aussagen über die Entwicklung von kognitiven und emotionalen Komponenten von Empathie treffen: Die Sozioemotionale Selektivitätstheorie, das Modell der Selektion, Optimierung und Kompensation sowie die Selective Engagement Theory. Eine gemeinsame Betrachtung aller Theorien und relevanter Befunde verdeutlicht, dass Altersunterschiede in der Empathie multidirektional sind, das heißt nicht einseitig als Gewinn oder Verlust beschrieben werden können, und dass sie vom Kontext abhängen.