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13.11.2018 : 22:09 : +0100

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Die Heimat und ihre Paradoxien

10. Jahrgang 2013, Heft 3, Übersichten

Manfred G. Schmidt:

Die Heimat und ihre Paradoxien (Abstract)

Philosophisch-psychoanalytische Spurensuche

Die Reichweite und die zum Teil paradoxe Komplexität der Heimat-Thematik sind die Ausgangspunkte von philosophischen und psychoanalytischen Überlegungen. Die antagonistische Spannung zwischen Geborgenheitssehnsucht und Abenteuerlust durchzieht fast alle Erfahrungen die Heimat betreffend. In der Philosophie markierte M. Heidegger (1927) eine Wende der cartesianischen Distanz des Denkens hin zu einem konkreteren Bezug des »In-der-Welt-Seins« was in etwa dem Verständnis des Szenischen und der Präsenz in der Psychoanalyse entspricht. Eine einfache Definition von Heimat »als selbst mitgeschaffene
kleine Welt« von H. Bausinger (1990) entspricht zugleich einem Kriterium von Erwachsenwerden in der Psychoanalyse. Abschließend wird auf den im Alter besonders notwendigen Prozess der »konstruktiven Resignation« (E. Jaques 1984) hingewiesen, einem Trauerprozess, dass das, was nicht mehr möglich ist, zugleich das jetzt noch Mögliche zugänglicher machen hilft.