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21.9.2021 : 19:49 : +0200

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»TherapeutInnen im goldenen Alter«

18. Jahrgang 2021, Heft 2, Anwendungsbezogene empirische Arbeiten

Elisabeth Hahn, Michaela Rohr & Paula Usemann:

»TherapeutInnen im goldenen Alter«

Eine empirische Perspektive auf Alter und Erfahrenheit aufseiten der PsychotherapeutIn (Abstract)

Was bedeutet es, zur Gruppe der reiferen TherapeutInnen zu gehören? Diese Frage wurde anhand empirischer Daten einer breit angelegten, deutschsprachigen Studie aus dem »EmoPer-Projekt« betrachtet. Im Fokus standen Aspekte des Arbeitsalltags, relevante Persönlichkeitseigenschaften und emotionale Kompetenzen, der therapeutische Arbeitsstil sowie das subjektive Wohlbefinden und die Gesundheit von TherapeutInnen im goldenen Alter.
   Im Vergleich zu jüngeren KollegInnen gaben sich PsychotherapeutInnen über 60 zufriedener mit und weniger belastet durch ihre Arbeit, beides bedingt durch ein gesteigertes Maß an produktiven therapeutischen Arbeitsstilen (heilendes Engagement). In Übereinstimmung mit gängigen theoretischen Modellen zu therapeutischen Kompetenzen zeigte sich zudem, dass sowohl Persönlichkeitsfaktoren (Offenheit für Erfahrungen) als auch spezifische Kompetenzen (Empathiefähigkeit) und deren Veränderung mit dem Alter beziehungsweise der Erfahrung auf diese therapeutischen Arbeitsstile wirkten. Darüber hinaus spiegelten die Daten die zunehmende »Feminisierung« des Berufs sowie den Trend zur Verhaltenstherapie wider und zeichneten so ein interessantes Bild der sich im Wandel befindlichen Landschaft alternder und zukünftiger Generationen von TherapeutInnen.