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20.6.2018 : 22:56 : +0200

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Angst bei älteren Patienten im Allgemeinkrankenhaus

1. Jahrgang 2004, Heft 2, Praxisbezogene Falldarstellungen

Thomas Wagner:

Angst bei älteren Patienten im Allgemeinkrankenhaus - Krisenintervention durch einen psychiatrisch/psychosomatischen Konsiliardienst (Abstract)

Einer der Schwerpunkte eines psychiatrisch/psychosomatischen Konsiliardienstes (CL-Dienst) im Allgemeinkrankenhaus ist die Arbeit mit älteren Menschen. Bei diesen Patienten treten häufig begleitend, teilweise auch im Vordergrund stehend, Angstsymptome bei den unterschiedlichsten Diagnosen auf: bei körperlichen Erkrankungen ganz allgemein sowie bei demenziellen Entwicklungen, halluzinatorischen (deliranten) Störungen, Depressionen, Wahnerkrankungen und schließlich als Hauptsymptom bei den eigentlichen Angsterkrankungen. Nicht selten wird die Angst durch die Krankenhaussituation selbst bzw. durch die belastende Auseinandersetzung mit einer schweren Erkrankung ausgelöst. Im Gegensatz zu jüngeren Patienten zeigen ältere Patienten diese Gefühle nicht, so dass die Angst sowohl von den Patienten selbst wie von den Behandlern als Ausdruck einer »medizinischen Problematik« verstanden wird. Diagnostik und Therapie erfordern deshalb relativ viel Zeitaufwand. Oft ist eine kontinuierliche Begleitung während des Krankenhausaufenthaltes notwendig. Dazu gehört es, den Kontakt zwischen älteren Patienten, den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal zu verbessern. Wenn diese die Symptomatik und die zu Grunde liegenden Konflikte verstehen, haben sie selbst die Möglichkeit für hilfreiche therapeutische Maßnahmen.