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20.5.2018 : 16:21 : +0200

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»Vom Schwindel zum Tanz«

15. Jahrgang 2018, Heft 1, Anwendungs- und konzeptbezogene Arbeiten

Bettina Gehle:

»Vom Schwindel zum Tanz« (Abstract)

Die stationäre psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung psychischer und psychosomatischer Störungen stellt neben der ambulanten Psychotherapie einen beträchtlichen Anteil des Versorgungsangebotes für psychisch Kranke dar. In den psychosomatischen Akutabteilungen und -kliniken entstanden in den letzten Jahren immer mehr altersspezifische Konzepte und Stationen. Diese bieten ein therapeutisches Angebot, das altersspezifischen Regressionsformen, wie Scham und Angst, ebenso den Konfliktthemen des Alters förderlich entgegenkommt.
   Am Beispiel der Behandlung einer hochaltrigen Patientin wird das stationäre psychosomatisch-psychotherapeutische Setting in seiner Komplexität beschrieben und dessen Möglichkeiten und Grenzen diskutiert. Das regressionsfördernde Angebot begünstigt die Bearbeitung intrapsychischer und interpersoneller Konflikte. Das zentrale Symptom eines Schwankschwindels steht im dargestellten Fall für eine Überschwemmung mit schwer erträglichen Schuld- und Schamgefühlen, ödipalen Konfliktthemen und Selbstwertzweifeln, welche im integrierten Behandlungsmodell miteinander ausgehalten und erträglich gemacht werden konnten.