Sie sind hier: Archiv > Zeitschriften-Archiv > 2020 > Heft 3
DeutschEnglishFrancais
30.10.2020 : 3:02 : +0100

Archiv

»Wenn ich einmal alt bin ...« Studentische (Selbst-)Reflexion über das Alter und die Alten

17. Jahrgang 2020, Heft 3, »Die Jungen eröffnen den Dialog«

Reinhard Lindner & Studierende des Instituts für Sozialwesen der Universität Kassel:

»Wenn ich einmal alt bin ...« Studentische (Selbst-)Reflexion über das Alter und die Alten (Abstract)

Altersbilder sind gesellschaftliche Konstrukte, die zum einen sehr persönliche Zuflüsse haben, zum anderen aber starke, das gesamte soziale Gefüge unserer Gesellschaft beeinflussende Folgen. Junge und Alte sind ihnen ausgesetzt und prägen sie zugleich. Dies macht es notwendig, Reflexionsräume zu eröffnen, die über einen intellektuellen Wissenserwerb und über den gedanklich-bewussten Austausch hinaus die Möglichkeit eröffnen, persönliche Haltungen, Ahnungen und Vorbewusst-Konflikthaftes zu kommunizieren und zu reflektieren. Deshalb wurden in einem Seminar für Bachelorstudierende der Sozialen Arbeit zwei selbsterfahrungsbasierte Gesprächsrunden zum Thema »Wenn ich alt bin« und »Ich und die Alten« durchgeführt; diese wurden protokolliert und mit einer an die Grounded Theory angelehnten Methode analysiert. Drei Themenkomplexe konnten identifiziert werden: (1) Was macht uns Angst? (2) Wie stelle ich mich mir selbst vor, wenn ich alt bin? (3) Tod und Sterben. Diese Themen wurden ausdifferenziert und in Anlehnung an den von Luhmann geprägten Begriff des Vertrauens als riskanter Vorleistung zur Reduktion gesellschaftlicher Komplexität diskutiert.