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20.6.2018 : 23:03 : +0200

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Frühe Bindungserfahrungen hinterlassen lebenslange Spuren

4. Jahrgang 2007, Heft 2, Prägung des Gehirns

Wilhelm Stuhlmann:

Frühe Bindungserfahrungen hinterlassen lebenslange Spuren (Abstract)

Neue Forschungen zur Entwicklung des neuronalen Netzwerkes in den ersten Lebensjahren haben gezeigt, dass frühe Prägungen und Erfahrungen die Struktur des Netzwerkes mit lebenslangen Auswirkungen formen. Die frühe Plastizität und Lernfähigkeit dieses Netzwerkes sind Grundlage für die spätere geistige Leistungsfähigkeit und für die Entwicklung von Begabungen und Interessen. Auf dieser Grundlage tragen positive Bindungserfahrungen wesentlich zur Ausprägung tragfähiger psychosozialer Muster in Beziehungen und zur Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls bei. Bindungserfahrungen, Entwicklung von Autonomie und die Unterstützung eines positiven Selbstwertgefühls stehen in einer engen Beziehung zueinander. Das neuronale Netzwerk als Funktionsreserve ist in seiner Ausdifferenzierung von guten Bedingungen seiner Stimulation und Verankerung in der Persönlichkeit anhängig. Ein wesentlicher Faktor sind Bindungserfahrungen, die das Vertrauen in die eigenen Kräfte und die Entwicklung neuronaler Funktionen (motorische und psycho-sozial) ermöglichen und längerfristig unterstützten. Hierin besteht eine bedeutsame Verbindung von Bindung und Bildung zum Demenzrisiko.