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13.11.2018 : 22:08 : +0100

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PEG - bei fehlender Einsicht des Patienten? - Entscheidungsfindung im Team bei schwerer Schluckstörung nach Schlaganfall

4. Jahrgang 2007, Heft 1, Freie Artikel

Werner Vogel:

PEG - bei fehlender Einsicht des Patienten? - Entscheidungsfindung im Team bei schwerer Schluckstörung nach Schlaganfall (Abstract)

Eine 76-jährige Patientin mit schweren Kau- und Schluckstörungen hatte sich trotz eines operierten Zungengrundkarzinoms vor 20 und eines Schlaganfalls vor 8 Jahren über Jahre ausreichend oral ernähren können. Mobilität, Alltagsbewältigung und Nahrungsaufnahme drohten nun seit einem Jahr bei allgemeinem Kräfteverfall zu dekompensieren. Durch einen erneuten stationären Aufenthalt in der Geriatrie hoffte sie, ihren Zustand von früher wieder zurück zu gewinnen. Bei der Analyse der Schluckfunktion bestätigte sich die Gefahr des Verschluckens und der Aspiration von Nahrung mit dem Risiko schwerer Lungenentzündungen. Um einen weiteren Kräfteverlust durch Mangelernährung zu vermeiden, war das Legen einer Magensonde (PEG) unumgänglich. Umfassende Aufklärung, Überzeugungsarbeit und intensive übende und stützende (psycho)therapeutische Begleitung waren notwendig, bevor die Patientin sich auf eine partielle künstliche Ernährung einlassen konnte. In diesem Beitrag wird geschildert, wie das Eingehen auf biographische Elemente (Erinnern individueller Bewältigungsmuster) bei  krankheitsbedingter somato-psychischer Dekompensation eine lohnende Aufgabe eines geriatrischen Teams mit psychotherapeutischer Kompetenz ist.