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16.12.2017 : 6:14 : +0100

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Therapeutische Interventionen bei psychischen Problemen im Rahmen kognitiver Störungen

2. Jahrgang 2005, Heft 4, Einzelne Aspekte

Martin Haupt:

Therapeutische Interventionen bei psychischen Problemen im Rahmen kognitiver Störungen (Abstract)

Depressive und kognitive Störungen sind die häufigsten psychischen Probleme im höheren Lebensalter. Die meist fortschreitenden kognitiven Störungen bei Demenzprozessen verursachen schweres Leid bei den Kranken und in der Folge auch bei den pflegenden Bezugspersonen. Hierbei wird der Belastungsgrad wesentlich durch die nichtkognitiven Symptome determiniert, auf die sich die medikamentösen und nichtmedikamentösen Strategien ausrichten müssen. Wegen der organischen Pathogenese der Symptome sind ungleich stärker als bei anderen psychischen Problemen im höheren Alter die körperlichen Aspekte in der Behandlung zu berücksichtigen. Zu den psychotherapeutischen Interventionen zählen im Wesentlichen kognitive Verfahren und psychosoziale Strategien, die nach neueren Ergebnissen über eine emotionale Stabilisierung günstig auf das kognitive Leistungsniveau wirken, wenn auch in zeitlich begrenztem Umfang. Die systematische Wissensvermittlung und begleitende Anleitung pflegender Bezugspersonen durch Psychoedukation gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zukünftig sollten medikamentöse und psychotherapeutische Interventionen verknüpft  und auf ihre Wirksamkeit untersucht werden.